Callies & Schewe – Content Strategie: Facebook ist uncool, aber nützlich

Content Strategie: Facebook ist uncool, aber nützlich

Meinung

Die Fackel

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Content Strategie: Facebook ist uncool, aber nützlich

Ab einem bestimmten Alter feiern Jugendliche ihre Partys lieber unter sich und Eltern bleiben außen vor. Kein Wunder, dass die Begeisterung von Teenagern für Facebook merklich abflaut. Wenn alterspeinliche Mamas und Papas über ihre Timelines die Fotos vom letzten Abendessen verbreiten, bleibt nur die Flucht.

Dass das hochgelobte Start-up Snapchat jetzt noch eine Milliardenofferte Facebooks einfach so ausgeschlagen hat, ist ein weiteres Indiz: Das größte soziale Netzwerk wird uncool. Was heißt das für Unternehmen, die über Facebook werben und kommunizieren?

Teenies nutzen immer mehr Netzwerke parallel

Klar ist: Die Social-Media-Landschaft wird fragmentierter. Junge User nutzen zunehmend mehrere soziale Netzwerke parallel, die außerdem einen privateren Umgang mit Daten und weniger direkte Werbung versprechen. Oben genanntes Snapchat etwa, mit dem Fotos versendet werden können, die nur Sekunden sichtbar sind. Über 400 Millionen Bilder werden hierüber heute schon täglich verbreitet. Oder das ebenfalls im Mainstream angekommene WhatsApp, in dem eine persönlichere Kommunikation in der Clique möglich ist. Immer beliebter wird auch Vine, der lustige Video-Ableger von Twitter.

Facebook will nicht cool sein

Die Abwanderung Jugendlicher mag für Facebook und seine Investoren ärgerlich sein, dennoch ist das Netzwerk kerngesund. So steigt die Verweildauer der Nutzer im Alter von 34 bis 54 Jahren von Quartal zu Quartal. Darüber hinaus wächst der Werbeumsatz, was zeigt, dass die Werbeformate angenommen werden und funktionieren. Derweil betont Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg, dass Facebook überhaupt nicht das coolste, sondern das nützlichste Netzwerk sein wolle.Das Unternehmen wird daher weiter in neue Tools investieren und Werbung für Nutzer noch relevanter machen.

Was also ist zu tun?

Der Erfolg der neuen Angebote zeigt: Soziale Netzwerke sind weiter ein Wachstumsmarkt. Immer mehr Menschen teilen immer mehr Inhalte miteinander. Es handelt sich offenbar um keinen vorübergehenden Boom, sondern um eine dauerhafte gesellschaftliche Entwicklung.

Wer Erwachsene zu seiner Zielgruppe zählt, sollte aufgrund der jüngsten Nachrichten weder seine Facebook-Seite abschalten noch seine dortigen Anzeigenkampagnen herunterfahren. Die Plattform ist weiterhin attraktiv. Auch mittelfristig wird das größte soziale Netzwerk ebenso wie YouTube oder Twitter in der Medienarchitektur eines Unternehmens eine zentrale Rolle übernehmen. Für ein Siechtum à la StudiVZ ist es zu groß und immer noch zu innovativ.

Wer allerdings Jugendliche und damit auch Nachwuchskräfte ansprechen will (Stichwort: Employer Branding), sollte sich zügig und kreativ mit den Kommunikationsmöglichkeiten der Social-Media-Newcomer beschäftigen und diese in erste Kampagnen einbinden. Der Coolness-Faktor zieht und strahlt ab. Solange zumindest, bis Mama und Papa ihrem Nachwuchs den fotografierten Salat vom Abendessen via Snapchat zuschicken.