Callies & Schewe – Das Schweigen der Banken

Das Schweigen der Banken

Meinung

Die Fackel

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Das Schweigen der Banken

Wenn sie die Sparvermögen der deutschen Sparer an einem Sonntagmittag mal eben so für komplett abgesichert erklärt, steht die gute Absicht der Bundesregierung außer Frage. Für die Kleinsparer kam diese “beruhigende” Nachricht gestern aus heiterem Himmel – denn in Deutschland hat sich wohl bislang noch niemand ernsthaft Gedanken um den Totalverlust seiner Ersparnisse gemacht. Wäre die Lage wirklich so schlimm, hätte sich die Hausbank ja mal gemeldet. Aber von der ist nix zu hören.

Ob die Zusicherung der Bundesregierung die Lage entschärft oder erst zu deren Zuspitzung beiträgt, ist noch offen. Fest steht: Sie macht auch dem Letzten deutlich, in welch existenzieller Gefahr sich unser Finanzsystem wirklich befindet. Seit fast einem Jahr gärt die US-Immobilienkrise nun schon. Die Banken aber schweigen ihre Kundschaft seither gepflegt an. Keine Imagekampagnen, keine beruhigenden Anrufe der Bankberater bei ihren Kunden, keine Informationsveranstaltungen über Ursachen und Auswirkungen der Finanzkrise, keine Sonderausgaben von Kundenmagazinen oder persönliche Briefe des Vorstandsvorsitzenden. Nicht einmal einen E-Mail-Newsletter ist den Instituten die aktuelle Lage wert.

Für den Abverkauf neuer Produkte ist sonst jedes Mittel, jedes Medium recht. In Zeiten der Krise aber gehen die Banker auf Tauchstation. Auch von den Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die mittelfristig sogar als Gewinner aus den Turbulenzen hervorgehen könnten, ist nichts zu hören. Wagt sich niemand mehr aus dem Schneckenhaus? Liegen weitere Leichen im Keller? Oder haben wenigstens die öffentlich-rechtlichen Banken wirklich keinen Grund zur Sorge und sehen deshalb keinen Anlass zur Kontaktaufnahme mit ihren Kunden? Viel Spielraum für Spekulationen, aktive Krisenkommunikation sieht anders aus. “Vertrauen ist der Anfang von allem”, warb einst die Deutsche Bank. Schweigen aber schafft kein Vertrauen, sondern Unsicherheit. In diesen Wochen ist das grob fahrlässig. Daher war es höchste Zeit, dass gestern endlich jemand mit den Bankkunden gesprochen hat – auch wenn es nur die Bundeskanzlerin und der Finanzminister waren.