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Die Zukunft der Kreativität

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Die Zukunft der Kreativität jetzt als Podcast

Corona wirbelt unser Leben durcheinander und das öffentliche Leben steht still. Doch wir lassen uns nicht unterkriegen: Unser Loungetalk „Zukunft der Kreativität“, der letztes Jahr zweimal live im Nationaltheater Mannheim stattfand, geht jetzt als Podcast weiter. Nie zuvor war es so einfach wie heute, schöpferisch oder gestaltend tätig zu sein. Mit technischer Unterstützung ist alles möglich. Für Künstler, aber auch für Unternehmer, Programmierer oder Ingenieure. Wie können wir die aktuelle Situation jetzt produktiv nutzen? Darüber sprechen wir in loser Folge mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur.

Gast in der aktuellen Folge

Tim Remark, Veranstaltungstechniker (Madonna, Justin Timberlake, Helene Fischer…)

Wo immer ein Event in der Metropolregion Rhein-Neckar ist, ist er nicht weit: Aber Tim Remark hat sich auch weit darüber hinaus einen Namen gemacht. Als Veranstaltungsleiter für Konzerte von Größen wie Madonna, Justin Timberlake und Helene Fischer ebenso wie für die Umsetzung von Schlagerparties oder Independent-Konzerten. Er ist der Mann, dem die Stars vertrauen. Doch seit März ist die Branche unverändert im Lockdown, und das ohne Perspektive. Eine verheerende Situation für hunderttausende von Menschen, die sonst den Kreativen eine Bühne bereiten und deren Auftritte zu Erlebnissen machen.Wir haben darüber gesprochen, wie es weitergehen könnte.

Tim Remark (links) mit Comedian Torsten Sträter

Gastgeber

Sebastian Callies, Kreativunternehmer

Hätte die Single damals eingeschlagen, wäre Sebastian Callies heute vielleicht noch mit seiner Rockband unterwegs. Hat sie aber nicht. Stattdessen Einstieg in die Laufbahn als Journalist und Werbetexter. Seit 2008 ist er einer der geschäftsführenden Gesellschafter der Mannheimer Kommunikationsagentur Callies & Schewe. Er berät Konzerne und Hidden Champions in Marketing und Markenführung. Für ihn geht es immer darum, wie Unternehmen ihre Kreativität voll ausschöpfen können.

Sebastian Callies

Bisherige Gäste

Dr. Dr. Rainer Zitelmann, Bestseller-Autor und Investor

Dr. Dr. Rainer Zitelmann ist ein streitbarer Historiker und Soziologe. Er hat 24 Bücher geschrieben und herausgegeben, viele davon sind internationale Bestseller. Sein neues Buch „Die Kunst, berühmt zu werden“, ist jetzt erschienen. Bekannt wurde er durch zahlreiche Fernsehauftritte, Medienberichte und seine Vorträge in Europa, Asien und den USA. Er schreibt für Forbes.com regelmäßig eine Kolumne. Wir sprechen darüber, was Kreative und Unternehmer gemeinsam haben – und welche Tipps er aus seiner Sicht als Multimillionär jungen Menschen geben würde.

Dr. Dr. Rainer Zitelmann, Bestseller-Autor
Dr. Dr. Rainer Zitelmann, Bestseller-Autor

Lena Papasabbas, Forscherin am Zukunftsinstitut

Lena Papasabbas befasst sich mit dem Wandel der Wissensgesellschaft, ihren Menschen, Werten und Technologien. Sie ist Co-Autorin der aktuellen Studie „Free Creativity“ – einem Plädoyer für die entfesselte Kreativität. Sie sagt: Kreativität ist kein Schlüssel zur Gewinnmaximierung, sondern Quelle sinnhafter Innovation. Nur dort, wo frei gedacht wird, kann Neues entstehen.

Foto: Rainer Kraus
Lena Papasabbas, Zukunftsforscherin

Prof. Dr. Sascha Friesike, Innovationsforscher

Sascha Friesike ist Professor für Design digitaler Innovationen an der Universität der Künste Berlin und Direktor des Weizenbaum-Instituts. Er ist zudem assoziierter Forscher am Alexander von Humboldt Institut. Friesike ist Wirtschaftsingenieur und hat an der Universität St.Gallen promoviert. In seiner Forschung beschäftigt er sich damit, welche Rolle das Digitale spielt, wenn Neues entsteht. So untersucht er die Rolle der Digitalisierung in der Wissenschaft und schaut sich an, wie Kreative arbeiten.

Prof. Dr. Sascha Friesike

Vince Ebert, Kabarettist, TV-Moderater und Bestsellerautor

Vince Ebert arbeitete er zunächst in einer Unternehmensberatung und in der Marktforschung, bevor er 1998 seine Karriere als Kabarettist begann. Seine Bühnenprogramme machten ihn als Wissenschaftskabarettisten bekannt, der mit Wortwitz und Komik sowohl Laien als auch naturwissenschaftliches Fachpublikum begeistert. In der ARD moderiert Vince Ebert regelmäßig die Sendung „Wissen vor acht – Werkstatt“. Ob als Kabarettist, Autor oder als Referent, Vince Eberts Anliegen ist die Vermittlung wissenschaftlicher Zusammenhänge mit den Gesetzen des Humors. Seine Bücher waren monatelang auf den Bestsellerlisten. Im August erscheint sein neues Werk „Broadway statt Jakobsweg“. 

Vince Ebert, Comedian

Tristan Berger, Komponist und Spieleentwickler

Backwoods Entertainment ist ein preisgekröntes Indiegame-Studio aus Nordrhein-Westfalen. Tristan Berger ist in dem dreiköpfigen Team für die Musik und das Sounddesign verantwortlich. 2018 veröffentlichte das Trio mit dem Spiel „Unforeseen Incidents“ ein Point&Click-Adventure im klassischen Stil von Monkey Island & Co.. Mit großem Erfolg! Der Erstling wurde unter anderem beim Deutschen Computerspielpreis 2019 als „Bestes Jugendspiel“ ausgezeichnet. Eines der nächsten Projekte des Entwicklerstudios ist die interaktive Mystery-Geschichte Resort und Pen & Paper Stories: Morriton Manor (in Zusammenarbeit mit Rocket Beans TV).

Tristan Berger, Computerspiel-Erfinder

Prof. Dr. Gerald Lembke, Experte für digitale Bildung

Gerald Lembke, Buchautor, Digitalpionier, Manager und Unternehmer studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Er arbeitete als Manager bei Bertelsmann und leitete anschließend zehn Jahre das eigene Unternehmen. Als Professor für digitale Medien und Medienmanagement erforscht er die Trends der Digitalisierung und deren Auswirkungen in der Zukunft. Er ist eine „wichtige Anlaufstelle in allen Fragen der Digitalität“ (Wirtschaftswoche) und gilt in den Medien als „der Experte für den Umgang mit digitalen Medien“ (ARD, ZDF, WDR, Hessischer Rundfunk, SWR). Er macht Mut, neue Wege zu gehen und die Zukunft aktiv zu gestalten.

Prof. Gerald Lembke, Experte Digitale Bildung

Kurt Ader, Sounddesigner

Im Jahr 1977 kaufte sich Kurt Ader einen Minimoog, den ersten analogen Kompakt-Synthesizer. Das war sein Einstieg ins Sound Design. Von seinem Mannheimer Studio aus startete er dann seine Karriere. Die Liste der Instrumente, für die Kurt Ader seither seine Klangfarben geschaffen hat, ist lang und prominent. Er programmiert Sounds für Künstler weltweit – darunter Tuomas Holopainen (Nightwish), Michael Cretu (Enigma, Sandra), Michael Kenney (Iron Maiden) und Florian Sitzmann (Söhne Mannheims). Im Jahr 2014 schließlich wurde Ader auf der US-Musikmesse NAMM zum „Sounddesigner des Jahres“ gewählt. Jordan Rudess, Keyboarder der Band Dream Theater, nennt ihn gar den „besten Sounddesigner der Welt“. Seit seinem ersten mehrstimmigem Synthesizer träumte Ader davon, mit den Tasten ein klassisches Orchester spielen zu können. Er hat diesen Traum verwirklicht: Ader erstellte mit den Mannheimer Symphonikern eine eigene Sound-Library. Die Realisation dieses Projektes nahm zwei Jahre in Anspruch. Kurt Ader wird uns erzählen, wie er mit seinen analogen Fertigkeiten in einer digitalen Welt und einer Branche im Umbruch erfolgreich geblieben ist.

Kurt Ader, Sounddesigner

Dr. Stephan Baumann, KI-Forscher

Stephan Baumann ist Sound Artist und promovierter KI-Forscher. Seine Dissertation zum Thema Artificial Listening Systems schrieb er am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und am Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique in Paris. Parallel gründete er 2001 die sonicson GmbH, ein Spinoff für Musikempfehlungsmaschinen und 2008 die tiqqer GmbH, ein Unternehmen, das sich mit Memetracking und Blogmonitoring beschäftigte. Er war von Gastdozent an der Popakademie Baden-Württemberg für Musikempfehlungssysteme. Seine aktuellen Forschungstätigkeiten liegen im Bereich KI & Kreativität und Sensorstream Mining, speziell für Anwendungen im Sport-und Gesundheitsbereich. Er ist aktiver Musiker und begeistert sich für Modular Techno und interaktive Soundinstallationen.

Dr. Stephan Baumann, DFKI

Christina Barleben, Unternehmerin

Wie kommt es eigentlich, dass Apps für das „Smart”-Phone manchmal so unglaublich dumm sind? Christina Barleben hat als M&A-, IPO-Anwältin vielen Unternehmen in wilden Zeiten zur Seite gestanden, in Shanghai, Bristol, New York und Katmandu gelebt und gearbeitet und war als Autorin und Filmschaffende tätig. Begeistert von den neuen Möglichkeiten der aufkommenden Smartphones, hat sie sich gleichzeitig aber immer gefragt, warum die dafür verfügbaren Apps meistens nur Adaptionen von bereits existierenden Computerprogrammen waren. Diese schöpften die Möglichkeiten dieses neuen, mobilen Geräts nur selten voll aus. Als ihre Antwort auf diese Frage gründete sie schließlich 2013 mit Thoughtfish ein Entwicklerstudio für wirklich „smarte” Apps für Smartphones. Die ursprünglich von Thoughtfish intern zur Lösung dieses Problems entwickelte COALA (Context Aware Location Assessment) Technologie ermöglicht es heute auch anderen Entwicklern, den realen Kontext und die Umgebung der Nutzer in die Funktionalität ihrer Apps mit einzubeziehen und dadurch interessantere, bedeutungsvollere und „smartere” Nutzererfahrungen zu kreieren.

Christina Barleben, Geschäftsführerin Thoughtfish

Dr. Patrick Proner, You-Tube-Unternehmer

Als Patrick Proner mit seiner kleinen Tochter auf der Suche nach Kinderliedern bei YouTube war, kam er auf eine Idee: „Ich habe ein Video zu ‚Alle meine Entchen‘ gesehen und dachte, das kann ich besser produzieren.“ Er arbeitete damals für Google Deutschland als Account Manager. Der zweifache Familienvater ließ zunächst zehn Videos von Covern bekannter Kinderlieder wie „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ und „Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann“ produzieren. „Ich wollte erst testen, wie die Videos im Netz ankommen“, erzählt Proner. Das war 2013. Inzwischen wurden seine über 100 Lieder rund 1,1 Milliarden mal angesehen und mitgesungen. Sein Kanal „Sing Kinderlieder“ wird aktuell unter den meistgesehenen YouTube-Channels in Deutschland gelistet. Im Jahr 2017 gründete er die Family Screen GmbH in Hamburg, deren Geschäftsführer er ist.

Dr. Patrick Proner, YouTube-Produzent

Vivie Ann, Sängerin

Bereits mit zwölf Jahren stand sie mit ihren Eltern auf der Bühne. Sie galt schnell als gesangliches Ausnahmetalent, gewann Preise und Auszeichnungen, begann eigene Songs zu schreiben. Nach dem Abitur zog Vivie einem plötzlichen Impuls folgend nach Hamburg, um sich dort ganz ihrer eigenen Musik zu widmen. Ihr Debütalbum „Flowers & Tigers“ erschien 2016 auf ihrem eigenen Label und schaffte es immerhin auf Platz 26 der itunes Pop-Charts. Und auch seitdem geht Vivie den Weg als waschechte Selfmade-Künstlerin weiter. Über ein Crowdfunding sammelte sie für das zweite Album über 30 000 Euro. Dadurch ist sie in der Lage, vom Songwriting über die Produktion bis hin zum Coverdesign alles genau so umzusetzen, wie sie es selbst will.

Vivie Ann, Sängerin

Prof. Dr. Carsten Deckert, Innovationsforscher

Wie kommen Ingenieure eigentlich auf gute Ideen? Dieser Frage hat sich Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt Ing. Carsten Deckert verschrieben. Der studierte Maschinenbauer ist seit 2017 Professor für Innovations- und Produktionsmanagement an der Hochschule Düsseldorf (HSD) und Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Kreativität e.V. (Die gibt es wirklich!). In seinem satirischen Ratgeber “Anleitung zum Uninnovativsein” liefert er aus seiner Zeit als Unternehmensberater amüsante Tipps zur “Innovationsvermeidung” in Unternehmen.

Prof. Dr. Deckert, Kreativitätsforscher